Kitzrettung Saarland e.V.

Willkommen!


Einsatz von Wärmebilddrohnen rettet Rehkitzen das Leben

Rehkitze, Junghasen, am Boden brütende Vögel und andere Tiere suchen besonders im Frühjahr Schutz im hohen Gras. Für die jungen Tiere ein durchaus gefährlicher Ort, wenn Landwirte die Wiesen mähen. Wärmebilddrohnen können helfen, die Tiere zu orten und vor dem nahezu sicheren Mähtod oder qualvollen Verstümmelungen zu bewahren.

Bis zum 23.06.2022 können wir für diese Saison bereits über 70 gefundene Kitze und 3 Junghasen verbuchen.

Nur in Kooperation mit vielen Gleichgesinnten ist ein solcher Erfolg möglich!

Bedingt durch Vegetation und Witterung bleibt den Landwirten nur ein enges Zeitfenster, um ihre Wiesen zu mähen. Moderne Landmaschinen arbeiten dabei immer schneller und effizienter. Riesige Mähbreiten der Maschinen machen es dem Landwirt aus der Kabine der großen Maschinen praktisch unmöglich, Wildtiere in dichten Grasbeständen zu entdecken. Wenn überhaupt, dann zu oft zu spät. Betroffen sind vor allem Rehkitze, da gerade in ihren ersten Lebenswochen die erste Mähperiode der Wiesen ansteht. Anstatt zu fliehen, verharren Kitze regungslos auf dem Boden, wenn ihnen Gefahr droht. Der sogenannte "Drückinstinkt". Nach dem Fuchs und in Zukunft auch dem Wolf sind Mähmaschinen für Rehkitze daher die häufigste Todesursache. Man geht nach Schätzungen von ca. 100.000 Rehkitzen aus, die durch die Mahd alleine in Deutschland den Tod finden. Gleichzeitig bergen die so evtl. getöteten Wildtiere / Rehkitze aber auch für die Landwirte ein Risiko. Das gemähte Gras wird meist siliert und an Rinder und Pferde verfüttert. Befinden sich Kadaverteile im Futter, kann es zu Vergiftungen bei den landwirtschaftlichen Nutztieren kommen.

Rehkitze frühzeitig entdecken durch Wärmebildtechnik

Der Schutz der Wildtiere vor dem Mähtod gelingt vor allem dann, wenn die Tiere frühzeitig entdeckt werden, oder wenn die Elterntiere unmittelbar vor der Mahd veranlasst werden können, mit ihren Jungen das Feld zu verlassen. Weitere Methoden zur Reduzierung der Wildtierverluste sind Mähverfahren, bei denen durch Auswahl der Mahdrichtung, der Schnitthöhe und des Mähzeitpunkts auf Wildtiere Rücksicht genommen wird sowie das Absuchen der Fläche vor den Mäharbeiten z. B. mit Jagdhunden. Deutlich effektiver als die alt herkömmlichen Methoden ist der Einsatz von Drohnen, die mit einer Wärmebildkameras ausgestattet sind. Die Wiesen können zeitig vor der Mahd abgeflogen werden und Kitze zeigen sich im Feld durch helle Flecken, einem Maulwurfhügel ähnelnd. Die Abflughöhe richtet sich nach der Feldgröße und den örtlichen Gegebenheiten. In der Regel sind die Höhen zwischen 40 und 80 Metern. Der Drohnenpilot wird hierbei von einem Spotter (Copiloten mit zusätzlichem Monitor) unterstützt. Zudem sollte ein Team aus zusätzlich 2-3 Personen, den eigentlichen Rettern, begleitet werden. Zur technischen Unterstützung und um die Effizienz hoch zu halten sollten zusätzlich Walkie-Talkies zum Einsatz kommen. Hierdurch wird die Kommunikation zwischen Retten und Spotter gewährleistet. Ferner kann mit einer App "What3Words" sicher und schnell das Lokalisieren und Auffinden via GPS Daten realisiert werden.

Das ist unsere Drohne 1; DIE GRÜNE. Es gibt noch die Drohne 2; DIE GELBE

Kontaktaufnahme:

Bitte so zeitig wie möglich, da wir Sorge dafür tragen müssen, dass wir zum Termin neben den beiden Drohenpiloten auch die eigentlichen Retter organisieren müssen und wegen Berufstätigkeit dies nicht immer so einfach ist und wir rein ehrenamtlich unterwegs sind!

Rettungstermine bitte vereinbaren unter:

Telefon ‭+49 15678 458005‬

Mail: termin@kitzrettung-saarland.de

Nach dem Rettungseinsatz erhält der Auftraggeber eine Zertifikat, dass er

seiner gesetzlichen Verpflichtung nach §1 Tierschutzgesetz

und §39 Abs. 1 Bundes-Naturschutzgesetz nachgekommen ist.

Rechtslage:

Der Staat hat den Tierschutz im Art. 20 a GG aufgenommen. Dieser ist damit als Staatsziel und bedingt, dass Schutzmaßnahmen soweit möglich bei der Mahd zu ergreifen sind. Überdies bestimmt § 1 des Tierschutzgesetzes, dass niemand ohne vernünftigen Grund Tieren Leiden und Schmerzen zufügen darf. Überdies ist derjenige, dem das Jagdrecht zusteht, dies ist der Eigentümer nach § 3 BJagdG, also meist der Landwirt, zur Hege verpflichtet. Nach § 39 Abs. 1 BNatSchG ist es verboten, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu verletzen oder zu töten. Die Mahd ist ohne Schutzmaßnahme für sich allein kein vernünftiger Grund ein Tier zu verletzen oder zu töten. Entsprechend des sogenannten Verursacherprinzips ist somit primär der Landwirt und der Fahrer/Maschinenführer für das Absuchen seines Landes verantwortlich. Für den Jagdausübungsberechtigten ergibt sich zwar eine Mitwirkungspflicht (vgl. § 1. Abs. 1 S. 1 BJagdG – Hegepflicht), allerdings ist es der Landwirt, der durch die Mähmaßnahmen eine Gefahr setzt. Bei Zuwiderhandlung liegt ein Verstoß laut §17 Abs. 1 und 2 Tierschutzgesetz vor. Das ist somit eine Straftat! Ferner muss die Aktion zur Rettung der Kitze mit dem Jagdausübungsberechtigten des jeweiligen Reviers abgesprochen sein, sonst machen sich die freiwilligen Helfer, Retter und Piloten nach §1 Abs. 4 Bundes Jagdgesetz, der Wilderei strafbar! Die Rehkitzrettung bedarf also zumindest einer Erlaubnis des Revierinhabers. Zudem bedarf es bei der Jagdausübung eines Jagdscheins, wobei es bei der Rehkitzrettung genügt, wenn der Verantwortliche einen Jagdschein besitzt und andere Personen lediglich Hilfe leisten.